Deutsches Schauspielhaus in Hamburg
Gestaltung des Fassadenturms
Offener Wettbewerb
Auslober:
Neue Schauspielhaus GmbH, Hamburg
DER LETZTE MACHT DAS LICHT AUS
Die gegebene Geometrie der vorhandenen Planung des Bühnenturms wird übernommen. Wichtig für die Ausarbeitung war ein eher zurückhaltendes Erscheinungsbild des neuen Bühnenturms, der aufgrund seiner Abmessungen das vorhandene Schauspielhaus in seinen Schatten stellen könnte. Um dies zu verhindern sieht die Planung eine Vorhangfassade in einem einheitlichen Grau vor. Diese “Farbigkeit” lässt die Fassade des Turms im eher grauen Hamburger Himmel unauffällig erscheinen. Als Material für die Vorhangfassade wurde verzinktes Streckmetall gewählt. Fenster verschwinden im Rasterungseffekt des Streckmetalls. Das Raster unterhalb der Streckmetallelemente spiegelt die Rasterung des Vordachs des Schauspielhauses wieder. Als moderne Elemente aus Stahl bilden das Vordach und der neue Bühnenturm formal eine Einheit. Das Zusammenspiel zwischen Historie und Neubau soll die Akzeptanz des Bühnenturms für Hamburg ermöglichen. In “Aktion” tritt die Fassade des Bühnenturms erst mit Einbruch der Nacht. Im Zwischenraum zwischen statischem Gerüst und der Vorhangfassade sind Leuchten integriert. Diese lassen das Streckmetall im Nachthimmel glühen. Außerdem findet eine Inszenierung des Bühnenturms mit einer Art Countdown bis zum Beginn der jeweiligen Vorstellung statt. Die Hinterleuchtung der Fassade beginnt mit 100% und nimmt mit dem Näherrücken der Vorstellung konstant ab, bis bei Vorstellungsbeginn eine Hinterleuchtung von 0% erreicht ist. Dies geschieht über ein Ab- und Zuschalten gesamter horizontaler Leuchtenreihen. Der gewünschte Effekt gleicht dem Dimmen einer Leuchte. Wenn der Saal voll ist, und die Lichter im Schauspielhaus ausgehen, zeigt der Bühnenturm außen das gleiche Bild. Wer zu spät kommt kann es direkt am Bühnenturm ablesen.